Wo „Gender“ draufsteht ist erstmal nur „Frau“ drin

Birgit Kelle macht in ihrem Buch „Gender-Gaga. Wie eine Ideologie unseren Alltag erobern will“ das ganze Ausmaß des Wahnsinns deutlich.

Vermutlich hat sie die Lawine nicht kommen sehen, die sie mit ihren sprachlichen Klimmzügen zur Änderung der Nationalhymne losgetreten hat, die Gleichstellungsbeauftragte im Familienministerium. Jetzt aber ist sie ins Rollen geraten, die längst überfällige Diskussion über die Anpassung unseres Alltags an genderkonforme Formulierungen und wir alle müssen hoffen, dass sie nicht wieder ins Stocken gerät. Zu viel hängt davon ab. Zum Beispiel die Antwort auf die Frage, wo denn nun die Grenzen sind zwischen „gendergerecht“ und „Genderwahn“. Geht es nur darum, „Ungerechtigkeiten“ zwischen den Geschlechtern zu beseitigen, oder steckt mehr hinter den Bemühungen der immer selben in erster Linie Frauen, die unseren Alltag so vehement vom „Diktat der Rollenverteilung“ zu befreien suchen?

Antworten auf diese Fragen sucht auch die Autorin Birgit Kelle in ihrem Buch „Gender-Gaga. Wie eine Ideologie unseren Alltag erobern will.“ Und was sie im Zuge ihrer sehr fundierten Recherche zutage fördert, gibt einem schon zu denken. Wobei es nicht nur die immensen Kosten sind, die die ganze Gender-Philosophie in einem fragwürdigen Licht erscheinen lassen. So müssen sich Studenten beispielsweise inzwischen mit schlechteren Bewertungen ihrer Arbeiten rumschlagen, nur weil sie nicht die vom Genderwahn geforderten, mitunter schon lachhaften Formulierungen gebraucht haben. Wohlgemerkt: Die Arbeit an sich ist absolut fehlerfrei, der Gebrauch von Rechtschreibung und Grammatik völlig korrekt und trotzdem gibt es Punktabzug, weil vielleicht von „Teilnehmern“ statt „Teilnehmenden“ die Rede ist. Der Plural in der deutschen Sprache ist nun einmal maskulin, die Teilnehmer können sowohl männlich als auch weiblich sein und das Wort schließt auch andere sexuelle Präferenzen nicht aus. Und genau darum soll es bei „gendergerechter“ Sprache doch eigentlich gehen: Niemand soll ausgeschlossen werden nirgendwo. Tatsächlich aber, und das hat Birgit Kelle in ihrem Buch sehr deutlich herausgearbeitet, werden mittlerweile all jene ausgeschlossen, die nichts weiter sein wollen als Mann oder Frau, die sich in dieser Rolle durchaus wohlfühlen und genauso leben wollen. Dieser freie Wille wird ihnen aber von den Verfechterinnen der Gendertheorie abgesprochen, ja sogar dahingehend umgedeutet, dass diese Menschen durch ihre Erziehung und Umwelt gezwungen werden in alten Rollenklischees zu denken und deshalb schon die Kleinsten im Kindergarten eine Umerziehung erfahren müssen. Und sie machen mit der Umerziehung vor nichts und niemandem Halt. In anderen Ländern wurden Fördermittel für die Umsetzung von Genderideen inzwischen längst wieder eingedampft. Und hierzulande hat ein Spielzeughersteller auch schon erfahren müssen, dass die Mehrheit der Jungen nun einmal Autos und Mädchen Puppen mögen, ganz egal welche genderneutralen Spielzeuge man ihnen auch vorsetzen mag.

Birgit Kelle sieht in den Bestrebungen der Genderverfechterinnen noch ganz andere Hintergründe, die man sich lieber nicht so dezidiert ausmalen mag. Langfristig, da ist sie sich sicher, soll mit der konsequenten Aberziehung des natürlichen Geschlechts nur der Weg für mehr oder minder perverse Neigungen derjenigen Zeitgenossen frei gemacht werden, die Liebe ohne Grenzen propagieren – auch mit Kindern und Tieren.

Mein Resümee: Auch wenn man nicht unbedingt die düstere Prognose der Autorin teilt, muss hier dringend eine öffentliche Diskussion her. Es kann nicht sein, dass Frau nicht mehr Frau und Mann nicht mehr Mann sein darf, nur weil einige wenige – durchweg Frauen! – das so wollen. Es geht längst nicht mehr nur um Geschlechtergerechtigkeit, das ursprüngliche Ziel des durchaus vernünftigen und bis dahin wünschenswerten Feminismus. Kelles Angst, perversen Fantasien könnte im Zuge der Genderdiskussion ein Weg in die Realität gebahnt werden, ist sicher nicht unbegründet. Es ist nur gut, dass diese Genderverrückten – bislang zum Glück noch ohne großen Erfolg – zwar in unsere Sprache eingreifen können, nicht aber in die Biologie. Noch immer werden Mädchen und Jungen geboren, die genau die Rollen übernehmen, die die Natur für sie vorgesehen hat. Noch immer ist die große Mehrheit der Menschen weltweit fest verwurzelt im klassischen Rollenbild von Mama, Papa, Kind, betrachtet die Ehe zwischen Mann und Frau als ein völlig natürliches Lebenskonzept und möchte genau so und nicht anders leben. Dabei tolerieren sie durchaus andere Lebensentwürfe, werden sich aber gewiss nicht dazu zwingen lassen, ihre eigenen Vorstellungen aufzugeben, nur weil eine Minderheit ihnen den freien Willen abspricht, die Rolle im Leben zu übernehmen, die sie für sich für natürlich und richtig erachten!

Meine Empfehlung: Absolut lesenswert und geeignet, die öffentliche Diskussion endlich so richtig in Schwung zu bringen. /sis

Bibliografische Angaben: Kelle, Birgit, Gender Gaga. Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will. Adeo Verlag, 5. Auflage 2017, 188 Seiten, ISBN: 978-3-86334-045-2

Lesen Sie dazu auch den Beitrag in “Meine Meinung: Genderwahn über alles?”

Mama, Papa, Kind: Noch immer bevorzugt die übergroße Mehrheit der Bevölkerung dieses Familienbild.

 

 

 

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