“Ausgebrannt” zwingt zum Weiterlesen

Rezension Andreas Eschbach „Ausgebrannt“

Spannend und erschreckend zugleich ist Andreas Eschbachs Thriller „Ausgebrannt“ aus dem Jahr 2007. Eschbach versteht es, mit einer klaren, gut les- und verstehbaren Sprache auch komplizierte Sachverhalte unterhaltsam darzulegen, ohne den Leser allzu sehr mit langatmigen Detailbeschreibungen zu langweilen.

Nicht ganz so einfach ist indes ist das erste Drittel des Buches, zu oft wechseln Zeiten, Personen und ihre Geschichten und die Orte des Geschehens, so dass man fast die Übersicht zu verlieren droht, auch wenn in den einzelnen Abschnitten recht interessante historische Ereignisse und ihre Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft erzählt werden. Vieles wäre sicher entbehrlich gewesen. Nach diesem etwas zähen Einstieg aber wird es ungemein spannend. Der Autor bleibt im Wesentlichen bei seinem Helden Markus Westermann und beschreibt seinen Überlebenskampf nach einem aufreibenden Jetset-Leben mit seinem Partner Karl Block und seiner Geliebten Amy-Lee.

Markus Westermann liebt Amerika und tut alles, um nach einer zeitlich begrenzten Anstellung in den USA bleiben zu können. Zufällig begegnet er dem österreichischen Erdöl-Experten Karl Block, gründet mit ihm eine Firma zur Erkundung von Ölvorkommen, scheitert grandios und steht nach einem schweren Autounfall plötzlich wieder zurück in Deutschland mit einer Millionen-Klage da. Einzig Blocks Unterlagen können ihm den Hals retten. Also macht er sich wieder auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um die Unterlagen aus dem vermeintlich sicheren Versteck zu holen – zur einer Zeit, als gerade das größte Ölfeld in Saudi Arabien versiegt ist und politische und wirtschaftliche Unruhen den Globus überziehen.

Andreas Eschbach beschreibt, wie das Leben nach dem Versiegen des Erdöls aussehen könnte, in der Abgeschiedenheit eines kleinen Dorfes, in den fast ausgestorbenen Großstädten und in der deutschen Provinz, in der Markus Westermanns Schwester einen kleinen Laden betreibt, der von den Veränderungen der Welt profitiert.

Fazit: Der Autor versteht es, den Leser in den Bann seiner Geschichten zu ziehen und ihn zum Weiterlesen geradezu zu zwingen. Man kann dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen. Nur der letzten Seiten 50 Seiten hätte es nicht bedurft, die eine mögliche Zukunft nach dem Ende des Erdölzeitalters und der Anpassung der Menschheit an die neuen Bedingungen skizzieren. Diese Vision hätte Andreas Eschbach getrost der Fantasie seiner Leser überlassen können.

Bibliographische Angaben:
Andreas Eschbach: Ausgebrannt, 2007, Bastei Lübbe Taschenbuch, 752 Seiten, ISBN 978-3-404-15923-9

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