Den Erwartungen nicht gerecht geworden

Rezension Dan Brown „Origin“

Wer sich ein Buch des amerikanischen Bestsellerautors Dan Brown aussucht, weiß in der Regel, was ihn erwartet: Viel religiös angehaucht Historisches verbunden mit spektakulären Erkenntnissen und natürlich eine gehörige Portion architektonisch Wissenswertes. In seinem neuesten Buch „Origin“ entführt Dan Brown seine Leser nach Spanien. Wieder spielt Religion eine wichtige Rolle, allerdings steht diesmal nicht die römisch-katholische Kirche im Mittelpunkt, sondern eine Abspaltung namens palmarianisch-katholische Kirche, die auf den ersten Blick für die Morde im Zusammenhang mit den spektakulären Enthüllungen des Zukunftsforschers Edmond Kirsch verantwortlich scheint. Kirsch will Antworten gefunden haben auf die elementaren Fragen der Menschheit „Wo kommen wir her?“ und „Wo gehen wir hin?“  Natürlich ist auch aller Leser Lieblingsprofessor Robert Langdon mit von der Partie, als Kirschs ehemaliger Lehrer und enger Freund spielt er eine zentrale Rolle in der von Kirsch geplanten Präsentation eben dieser Antworten im Guggenheim Museum in Bilbao. Kirsch wird von einem Anhänger der palmarianischen Kirche ermordet und Robert Langdon muss zusammen mit der Verlobten des spanischen Kronprinzen, Ambra Vidal – wie bei Bown üblich wieder eine junge, ausgesprochen hübsche und natürlich hoch intelligente Frau -, Edmond Kirschs Passwort entschlüsseln, um die Präsentation doch noch auszustrahlen. Die wilde Jagd geht von Bilbao nach Barcelona. Ganz nebenbei erfährt der Leser wieder viel über Barcelonas Sehenswürdigkeiten wie die Casa Milá und die Kathedrale Sagrada Familia des Stararchitekten Antonio Gaudi, außerdem reist er mit dem Kronprinzen Julián von Madrid in den Palast El Escorial und das Tal der Gefangenen mit dem gigantischen Franco-Mausoleum.

Interessant, gewiss, zumal wenn man nicht die Übersetzung benötigt, sondern das englische Original lesen kann. Trotzdem wird „Origin“ den Erwartungen nicht gerecht. So spektakulär sind Edmond Kirschs Enthüllungen am Ende nicht, als dass sie die daraus resultierenden, zum Teil wieder recht brutalen Reaktionen der beteiligten Figuren begründen könnten. Daran ändert auch der geniale Einfall mit der Künstlichen Intelligenz namens „Winston“ nichts, die nur ein Ziel kennt: Die Vorstellungen ihres Erfinders und „Herren“ Edmond Kirsch ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen. Ein bisschen viel Intelligenz für eine Maschine – nach Kirschs Erkenntnissen aber sind genau solche Maschinen die Zukunft, während die Menschheit untergeht. Da also “gehen wir hin”! /sis

Bibliographische Angaben
Dan Brown: “Origin”
Englisches Original, Random House, 2017, 480 Seiten
ISBN 0385514239

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